
Die nordindische Bansuri-Flöte
Die nordindische Bansuri, mit einer durchschnittlichen Länge von 50 Zentimetern, wurde traditionell hauptsächlich als Sopraninstrument zur Begleitung leichter Kompositionen – einschließlich Filmmusik – verwendet.
Das Wort Bansuri stammt von den beiden Sanskrit-Wörtern bans (Bambus) + swar (Musiknote) ab.
Es gibt zwei verschiedene Bansuris: die Querflöte und die Schnabelflöte.
Die Schnabelflöte findet normalerweise ihren Gebrauch in der Volksmusik und wird wie eine Pfeife an die Lippen angesetzt. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und variablen Handhabung, wird die Querflöte hingegen in der klassischen Musik bevorzugt.

Pandit Pannalal Ghosh (1911-1960) war derjenige, der die Bansuri für die klassische Musik salonfähig machte. Er improvisierte mit Länge und Anzahl von Grifflöchern. Schließlich präsentierte er lange Bansuris mit größeren Grifflöchern und einem siebten Loch, das 90 Grad versetzt zu den anderen sechs Grifflöchern angebracht wurde.
Längere Bansuris erzeugten eine größere Reichweite an tieferen Oktaven.
Das Spielen der Bansuri
Bansuris unterscheiden sich in der Länge. Sie variieren zwischen 19 und 106 Zentimetern (Punam Flutes bietet 33 verschiede Tonleitern).
Für klassische nordindische Musik wird üblicherweise eine Bansuri in #E bass verwendet.
Die südindische Venu
Eine andere weit verbreitete und ähnliche indische Flöte mit sechs Grifflöchern heißt Venu und wird in Südindien gespielt. Sie wird mit dem Zeige- und Mittelfinger sowie vier Fingern beider Hände gespielt. Für die Flöte mit sieben Grifflöchern kommt der kleine Finger der rechten Hand zum Einsatz.
Der Klang der Bansuri

Der Klang der Bansuri entsteht durch Resonanz der Luftsäule im Inneren der Flöte. Die Länge dieser Luftsäule variiert durch das Schließen oder Öffnen der Grifflöcher. Wird ein Griffloch halb geöffnet, entsteht eine Halbnote.
Zum Spielen der Note „Sa“ (indische Sargam-Tonleiter, westliche Tonleiter „do“) werden die oberen drei Grifflöcher geschlossen. Die hohen, bzw. tiefen Töne der Tonleiter, werden über das Mundloch gesteuert (Ansetzen der Flöte und Blasstil/ -stärke). Zum Spielen der Bansuri werden die flachen Fingerglieder, nicht die Fingerspitzen verwendet. Dies hat den Vorteil, dass die Töne einfacher kontrolliert werden und auch Halbnoten einfacher zu spielen sind. Während des Flötenspiels spielt auch die Haltung eine wichtige Rolle, um Rückenschmerzen zu vermeiden. Für die jeweiligen Tonleitern werden Bansuris unterschiedlicher Länge verwendet. Mit langen Bansuris und größeren Grifflöchern werden normalerweise die tiefen Tonleitern gespielt, mit den schmalen Bansuris die höheren Tonleitern.




